Jörg Hündorf bietet seinen Senf im Berliner KaDeWe und bei Manufactum an
Angefangen hat Jörg Hündorfs Faszination für Senf wohl schon in den Kindertagen. Die Erzeugnisse der elterlichen, heute von seinem Bruder betriebenen Fleischerei legten den regen Gebrauch der gelben Würzpaste nahe. Nach der Wende ..
..experimentierte er selbst mit Mörser und Stößel. Die Ergebnisse seiner Senf-versuche kamen auf Partys so gut an, dass er irgendwann Ende 2004 beschloss, die Senfherstellung erwerbsmäßig zu betreiben.
Dieses Jahres dann überraschende Erfolge. Der "Georgsenf" aus der halleschen Georgstraße schlug bei einer Verkostung von 60 Sorten für den Berliner Tagesspiegel alle Konkurrenten. Nachdem es in der September-Ausgabe der Gourniet- Bibel "Der Feinschmecker" ebenfalls viel Lob für den gelernten Orgelbauer und Koch Hündorf gab, werden seine inzwischen vier Senfsorten seit gut einem Monat auch in der legendären Lebensmittel-Abteilung des Berliner KaDeWe sowie beim Hochwert-Anbieter Manufactum offeriert.
Mit viel Einsatz ist der 42-Jährige bei der Senf-Sache. Nicht nur, dass er seinen Bausparvertrag verpfändete, um überhaupt einen Kredit zur Existenzgründung zu erhalten, der Hallen-5er kümmert sich in Kooperation mit einem Bauern in Döllnitz und einem Erfurter Saatzuchtbetrieb auch selbst um seinen Senf-Rohstoff. "Bio" ist hier die Devise. Zudem benutzt Hündorf ausschließlich das so genannte Kaltmahlverfahren, bei dem die Senfkörner vor dem ersten Mahlvorgang stark runtergekühlt werden, damit sich möglichst wenig von den geschmacksgebenden ätherischen Ölen verflüchtigt. Für Kunden und Händler gibt Hündorf gelegentlich die "Senfnachrichten", etwa mit Reisetipps zum französischen "Senfpapst" Fallot oder Kochrezepten, heraus. LÖF